Vereinchronik 1983, vorgetragen von der Schabinger Oma
1924   "Schon vor längerer Zeit war in unserem gemütlichen Frabertsham der Wunsch geäußert worden, gleich unsern Nachbarorten, eine Trachtenverein zu gründen. .....besonderes Interesse zeigte Ignatz Kefer, welcher es sich nicht nehmen ließ, mit etlichen gleichgesinnten Burschen, eine Versammlung einzuberufen....",
 soweit der Vereinschronist zur Gründungsversammlung am 15. Juli 1923   

Folgt man der Landstraße von München kommend nach Salzburg, passiert man auf halbem Weg Frabertsham. Unweit davon, südwestlich auf einem Höhenrücken, liegt dann Albertaich (sprich: Hoibedoach). Der Zwiebelturm der Filialkirche St. Jakobus ist eine weithin sichtbare Landmarke. Handwerk und Landwirtschaft prägen Land und Leute der ehemaligen Gemeinde Albertaich, welche das Kernland des Heimat- und Trachtenvereins Albertaich-Frabertsham bildet.

Die Männer tragen den forstgrünen Anzug mit dem "Aschauer", dazu die Spielhahnfeder als Hutschmuck. Das Gwand der verheirateten Frauen ist das "Röcki" aus schwarzer Seide, dazu gehört der "Priener Hut". Mieder und Leinenrock, ebenfalls in schwarz, dazu eine kurzärmelige Bluse, wird von den unverheirateten Dirndln getragen. Den Dirndlhut aus grünem Filz schmückt, wie bei den Buam, eine Spielhahnfeder. Schürzl, Schulter- und Einstecktücher sowie das mit einem Hirschhornradl in Krawattenform gebrachte Tüchl der Männer sind aus rosa Seide.

1929 wurde im Kloster Baumburg eine Fahne angeschafft, welche dann im Mai 1930 geweiht wurde. Diese ist nach mehrfacher, aufwendiger Renovierung bis heute im Dienst. Pate standen damals die "Schneebergler" Schnaitsee.
Mit großem Stolz vermerkte die damalige Schriftführerin die Patenschaft, welche die Fraberthamer 1947 beim den "Auerberglern" Altenmarkt übernehmen durften.
Auch bei der Fahnenweihe 1980, der "d'Grüabinga" Obing, machten die frabertshamer Trachtler den Göd.

Mitte der 1970er Jahre sammelte der damals junge Vorstand Nik Lengl eine quirlige Schar Jungtrachtler um sich. Der neue Schwung erfasste auch die ältere Generation. Man kennt Frabertsham ("da wo's de Erdbeeren gibt") und selbstbewusst macht man sich an die Ausrichtung des 60jährigen Gründungsfestes, welches im Juni 1983 stattfand.

Als außerordentlich fruchtbar erwies sich die Kooperation mit dem Bruderverein "d'Grüabinga" Obing. Seit Mitte der 1990er Jahre proben die Kinder und Jugend beider Vereine nicht nur miteinander, sondern treten auch gemeinsam auf. Die erfolgreiche Zusammenarbeit gab den Anstoß, im Juli 1999 das 75jährige Gründungsfest zusammen mit dem 90jährigen der Obinger ganz groß zu feiern.

Auszug aus der Festschrift 1999
noch ein Festschriftauszug von 1999

Sehr gerne erinnert man sich auch an das 80jährige Jubiläum, welches in einem kleineren Rahmen im September 2003 begangen wurde. Die Maschinenhalle vom Lengl wurde als Festhalle eingerichtet, und drei Tage lang feierten die Trachtler mit der ganzen Gemeinde und vielen Nachbarvereinen ein zünftiges Fest.

Das 90jährige Gründungsfest war schon was Besonderes.
Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Albertaich, die ihr 140jähriges beging, wurden die Festwochen 2013 begangen. Östlich von Albertaich, Richtung Kirchholz, wurde ein 2000-Mannzelt aufgestellt, und vom 4. bis 14. Juli gemeinsam kräftig gefeiert. Die "d'Mörntaler" Peterskirchen gewährten uns ihre Patenschaft. Das Motto "Bierzelt Hoibedoach, da samma Dahoam" nahmen einige schon ziemlich wörtlich.

Auszug aus der Festschrift 2013

"Bandonion, Ziach und Zitter, Hackbrett, Harfe und Gitarr', ohne Musik und Gesang wär' ein Trachtenverein nur ein halber". Ob beim Hoagart oder im Hochamt, Musik und Gesang waren und sind ein wesentlicher Bestandteil des Vereinslebens. Männerdreigesang, Dirndldreigesang (jeweils mit der Zitter begleitet) Albertaicher Stubenmusi und die Frabertshamer Tanzlmusi sind noch in guter Erinnerung.


Probenmitschnitt der Frabertshamer Tanzlmusi aus den 1980er Jahren



Seit Ende der 1990er Jahre bringt der Albertaicher Kinderchor, unter Leitung von Martina Mauerer, erfolgreich Kindern zwischen fünf und 15 Jahren Volkslieder und Volksmusik nahe. Junge Gruppen wie Zwive-Musi, Hoibedoacha Dirndl, Hoibe-Elfe-Musi und Soizbixsl-Musi haben hier ihre Keimzelle. Das Dreikönigssingen, eine Benefizveranstaltung der jungen Sänger und Musikanten zu Gunsten der Bürgerhilfe Traunstein, ist schon liebgewordene Tradition.

Auf ihre Jugend zurück besonnen haben sich einige in die Jahre gekommene "Buam". Nach annähernd dreißig Jahren plattlerischer Abstinenz wollten sie es noch einmal wissen und frischten ihre Kenntnisse im Schuhplatteln auf. Die Kurze, Schuhe und Hut wurden wieder hervorgeholt, beziehungsweise neu angeschafft, und schon konnte es losgehen. Auch wenn es den Einen oder Anderen ein bisserl im Kreuz zwickt. Der Freude tut das keinen Abbruch, und sehen lassen an man sich allemal.